Einrichtungen / Hilfsmittel

 

Jederzeit Sicherheit - für Sicherheit hat jeder Zeit

Bei der Ladungssicherung wird zwischen 'Einrichtungen' und 'Hilfsmitteln' unterschieden

Einrichtungen sind solche, die fest mit dem Fahrzeug fest verbunden sind

Hilfsmittel sind solche, die mitgeführt werden und nicht zum festen Fahrzeugaufbau gehören

 

Zu den Einrichtungen am Fahrzeug gehören u.a. der Fahrzeugaufbau mit Stirnwand und den Seitenwänden, Rungen, Spriegelbretter, Seitenplane, Zurrpunkte, Lochleisten, Palettenanschlagleisten, im Fahrzeugboden verankerte Lochschienen, Coilmulden, ...

Zu den Hilfsmitteln auf dem Fahrzeug gehören u.a. Zurrgurte, Zurrketten, Klemmbretter, Sperrstangen, Netze, Planen, Keile, RHM (Antirutschmatten), ... 

 

 

Einrichtungen - hier einige Beispiele

(Fahrzeugaufbauten und deren Festigkeit werden unter "Lkw-Aufbauten" dargestellt)

 

Zurrpunkte

Seit 10/1993 müssen national aufgrund der Bestimmungen der BG Verkehr alle Neufahrzeuge zur Güterbeförderung mit Pritschenaufbau, Pkw-Kombis und Kastenwagen mit Zurrpunkten ausgerüstet sein

 

Europaweit wird diese Ausrüstungspflicht ab 01/2001 von der DIN EN 12 640 gefordert

Es besteht keine Nachrüstpflicht

Fahrzeuge zum Transport von Schüttgütern und Spezialfahrzeuge sind von dieser Norm ausgenommen

 

 

Die zulässige Belastbarkeit von Zurrpunkten richtet sich nach der zulässigen Gesamtmasse (zGM) des Fahrzeuges

  800 daN bei Fahrzeugen von 3,5 - 7,5 t

1000 daN bei Fahrzeugen von über 7,5 - 12,0 t

2000 daN bei Fahrzeugen von über 12,0 t

 

Diese gesetzlich geforderte Mindestbelastbarkeit pro Zurrpunkt gilt für alle Fahrzeuge zur Güterbeförderung, auch für Sattel- / Anhänger

 

Die Gesamtzugkraft aller vorgeschriebenen Zurrpunkte ergibt dann addiert mindestens das 1,5fache der jeweils zulässigen Nutzlast vom Fahrzeug

Diese neueren Lochleisten aller namhaften

Fahrzeughersteller können grundsätzlich

auch mit je 2000 daN pro "Loch" belastet werden

(abhängig von der Anzahl der Belastungen / Meter)

ohne Worte

 

   

Zugelassene Zurrpunkte nehmen die erforderlichen Sicherungskräfte auf und leiten diese in die festen Einrichtungen des Fahrzeuges ein

      
 

 

Palettenanschlagleiste

Hierbei handelt es sich um wenige cm hohe Metallleisten, die fest mit dem Außenrahmen verbunden sind und dadurch Formschluss zu den Seiten herstellen können. Die Palette kann bei formschlüssiger Beladung nicht zu den Seiten verrutschen.

Doch was ist mit der Ladung auf der Palette?

Ist sie auch fest mit der Palette verbunden?

 

Handelt es sich hier um eine stabile Ladeeinheit?

Falls nein, sind lediglich die Paletten durch diese Palettenanschlagleiste gesichert.

Die Ladung auf der Palette muss extra zu den Seiten gesichert werden.

Hierfür bieten sich Alu-V-Latten an.

 

Sprinter

Auch für Kleintransporter bieten mittlerweile viele Hersteller, aufgrund der erhöhten Nachfrage, unterschiedliche Möglichkeiten an, um die Ladung ordnungsgemäß zu sichern.

In Verbindung mit diesen zusätzlichen Einrichtungen im Bereich der Ladefläche sind Ladungssicherungsnetze, die in unterschiedlichen Größen angeboten werden, oftmals eine sehr gute Lösung.

 

Hilfsmittel - einige Beispiele

 

Planen / Netze für Mulden / offene Ladeflächen

Wenn die Gefahr besteht, dass Schüttgüter auf die Fahrbahn fallen / wehen können,

müssen die Mulden abgedeckt sein

Die Art der Abdeckung ist nicht vorgeschrieben

Die vorgeschriebene Abdeckung muss aber natürlich der jeweiligen Ladung angepasst sein

Beispiele:

Mulde mit Bauschutt / größeren Steinen: Evtl. reicht ein starkes Netz (auf diesem Foto natürlich nicht !!)

Mulde mit losem Sand:  Dicht schließende Abdeckplane

 

Anmerkung: Selbstverständlich müssen auch die Mulden auf dem Transportfahrzeug richtig gesichert werden

Diese Absetzmulde steht ungesichert auf dem Lkw

Ca. 50 cm Staulücke zu den Anschlagwinkeln vorne und zu den Seiten jeweils ca. 20 cm Staulücke

Keine Direktzurrung vorhanden

 

Zurrgurte

Zurrgurte bestehen aus gewebter Chemiefaser. Die Farbe des Etikettes / Label gibt über den verwendeten Werkstoff des Gurtes Auskunft. Die Farbe des Gurtbandes ist von den Herstellern frei wählbar (anders bei Hebegurten). Überwiegend werden Polyester (PES) - Zurrgurte hergestellt und verwendet. Der "Standard" PES-Zurrgurt hat das vorgeschriebene blaue Etikett.

Etikett gem. DIN EN 12 195-2 (ab 02/2001):

Die Werte "SHF", "STF" und "LC" sind europaweit vorgeschrieben

SHF = Normale Handkraft (Standard Hand Force). Diese Vorspann-Prüfkraft wurde europaweit mit 50 daN bei allen Zurrgurten als Einheitswert festgelegt

STF = die Kraft im Gurt, die man bei Betätigen der Ratsche mit 50 daN aufbringen kann (Standard Tension Force). Hier kommen sehr unterschiedliche Werte zustande. Dafür ist alleine die Ratsche verantwortlich. Stichworte: Hebelwirkung / Anzahl, Anordnung und Größe der Zähne / Anordnung und Anzahl der Sperrschieber, …

 

 

 

Für den Wert "LC" (Lashing Capacity = maximale Belastbarkeit des Zurrgurtes)

ist nicht die Ratsche (mit der aufgebrachten Vorspannkraft dem STF-Wert),

sondern die Belastbarkeit des Zurrgurtbandes ausschlaggebend

 

 

Zurrgurte im gewerblichen Bereich müssen der DIN EN 12195-2 entsprechen

Die zulässige Benutzung der Zurrgurte unterliegt keiner zeitlichen Befristung

Erst wenn verwendete Zurrgurte nicht mehr der Vorschrift entsprechen, dürfen sie nicht mehr eingesetzt werden

 

Man spricht dann von "Ablegereife"

 

Einige Beispiele dafür sind:

Der Zurrgurt ist nicht gem. DIN EN 12195-2 zugelassen

Das Gurtband ist verknotet

Das Etikett fehlt oder ist nicht mehr lesbar

Das Gurtband ist oberflächlich oder seitlich mehr als 10 % eingeschnitten

Das Gurtband wurde durch Scheuern an der Ladung (nach dem Zurren von scharfkantigen Ladungen ohne Kantenschoner) beschädigt

Das Hakenmaul ist mehr als 5 % aufgeweitet

Die Ratsche ist verbogen

Fälschungen aus Asien

Leider treten mittlerweile immer mehr Fälschungen von Zurrgurten aus Asien auf. Vertrieben werden die (schlechten) Fälschungen über die beiden großen Online-Kaufhäuser und Restpostenmärkte

Alle bislang durchgeführten Tests haben eindeutig ergeben, dass die auf dem Etikett aufgedruckten Werte niemals erreicht werden.

 

Hinweise auf asiatische Fälschungen sind u.a. auf dem Etikett (auch blau) Rechtschreibfehler, Rechenfehler (wie links -> 2 x 2000 ergibt nicht 5000), überhohe und unlogische hohe Werte

Mittlerweile wird leider auf diesen gefälschten Zurrgurt-Etiketten auch schon der Hinweis auf die DIN EN 12195-2 aufgedruckt

 Aber der Aufdruck "CE" ist ein eindeutiger Hinweis darauf, dass hier ein Plagiat vorliegt. Denn CE auf Zurrgurten ist lt. DIN EN 12195-2 nicht vorgesehen. Hier meint auch "CE" = China Export und darf nicht mit dem Konformitätszeichen der EU verwechselt werden.

 

Auf eine Darstellung weiterer Hilfsmittel wie Reibbeiwert (Antirutschmatten - RHM) / Besen zur Reibbeiwerterhöhung / Zurrketten / Zurrseile / Klemmbretter / Absperrbalken wie im Code XL / Unterlegkeile oder Holz oder Aluminium - genagelt oder fest in einer Schiene verankert  / Ladungssicherungs-Netze wird hier verzichtet. Dies würde den Rahmen einer 'kurzen Übersicht' auf der Homepage sprengen.